Eine lösungsorientierten Serverarchitektur speziell für Kunden bis zu 50 Server CALs entwickelt aus unseren praktische Erfahrungen und zahlreichen Projekten bei mittleren und großen Anwendungen in Client-Server-Umfeld, gleich ob Windows oder Linux.
In dieser Beschreibung nehmen wir Bezug auf Windows Server Umgebung. Die beschriebene Architektur ermöglicht mit dem Einsatz überschaubarer Ressourcen ein Höchstmaß an Ausfallsicherheit.
Grundsätzlich empfehlen wir den Einsatz von zwei physikalischen Servern ausgestattet mit Windows Server 2008 Standard oder Small Business. Ein Server ist als Active-Directory Domänen Controller (ADC) der zweite ist als Application Server (AS) zu konfigurieren.
Prozessorkerne (Core) spielen eine wichtige Rolle, jedoch bewerten wir die Taktfrequenz höher als die Prozessorkerne. Speicher (RAM) Je nach Anzahl der CALs sind die Server mit ausreichendem Speicher auszurüsten, mindestens jedoch mit 8 Gig.
Plattensysteme (Storage) der Controller und Platten definieren im Zusammenspiel den Bottleneck eines Servers. Wir empfehlen grundsätzlich RAID-Controller mit 6-8 physischen Kanälen, Read Cache und Write Cache sowie Batteriepack (BBU) für den Erhalt des Write-Caches beim Serverausfall. Wer mag kann SAS Platten mit 15‘ rpm und ausreichend Cache verwenden. Wir finden am Markt aber sehr gute SATA Festplatten, z.B. Seagate Constellation ES , die wesentlich preiswerter zu haben sind. Und bei den Festplatten gilt nach wie vor – je mehr Platten, je kleiner die Kapazität der Platten ist, desto besser die Performance des System. Zu beachten gilt, Platten mit hoher Kapazität verlängern überproportional die Rebuildzeit des RAID Verbandes.
Redundant Array of Independent Disks (RAID) physikalisch ist das Betriebssystem von den Daten zu trennen. Das Optimum ist für Daten und System getrennte Controller im Server einzubauen.
Betriebssystempartition: Die Partition des Betriebssystems kann gespiegelt werden (RAID 1). Für die Partition des Betriebssystems sind 250 Gig Plattenkapazität ausreichend.
Datenpartition: Für die Daten des Unternehmens sollte ein Raid 5 vorgesehen werden. Alternativ kann RAID 10 oder RAID 15 eingesetzt werden. Die Praxis hat gezeigt dass RAID 5 ausreichend ist. Beim RAID 5 sollten möglichst viele Platten an getrennten Kanälen Verwendung finden.
Archivpartition: Die letzte Partition ist für Archivierung geplant. Hier werden permanent Daten des Serverbruders gesichert. Bei dieser Partition können Platten mit hoher Kapazität im RAID 1 zum Einsatz kommen.
Alle RAID-Systeme haben gemeinsam, dass ein Raid-Verbund selten, eher nicht an anderen Controllern reaktiviert werden kann. Auszuschließen ist, dass ein Raid-Verbund in anderen Servern wiederverwendet werden kann. Nur bei identischer Serverhardware, Bios und Controller bestünde eventuell diese Möglichkeit.
Der Server verwaltet die Active Directory, stellt DNS und DHCP-Dienste, Exchange-Server, Reporting- und Analysis Server und nicht zuletzt die File Server für das Unternehmen bereit. Bei der Einrichtung ist zu beachten, dass Daten ausschließlich in der Datenpartition liegen und über Root-Verzeichnisse strukturiert werden.
Die Daten des Exchange-Servers werden per Ereignisprotokoll nach Bedarf auf den Applikationsserver in dessen Archivpartition gesichert.
Das Windows Server Betriebssystem stellt eine Dateireplikation (DFS) standardmäßig zur Verfügung. Die Daten des File-Servers werden durch DFS real time auf den Applikationsserver in dessen Archivpartition repliziert.
Vom ADC wird mit Windows Bordmitteln ein Image erstellt. Dieses kann zur Wiederherstellung des Servers bei Totalverlust eingesetzt werden. Regelmäßig wird mit Windows Bordmitteln ein Fullbackup des Servers auf externe USB-Medien ausgeführt. Diese sind bevorzugt in einem feuersicheren Safe unterzubringen. Diese Sicherungsverfahren ist auch für den AS anzuwenden.
Der AS wird als Backup-Domain-Controller eingerichtet. Dieser wird automatisch vom ADC repliziert und stellt bei Ausfall des ADC die Active Directory Dienste automatisch bereit. Neben dieser Funktion wird der SQL-Server, IIS für die myfactory ERP oder altenative ERP System eingerichtet. Den Anforderungen gerecht werdend sollte ausreichend RAM, 16 oder 32 Gig, in diesem Server verfügbar sein.
Der Storage ist auf IOs auszurichten, viele Platten, viel Cache. Für Datenbankapplikationen können getrennte Partitionen für Temp- und Indexfiles sowie die Datenfiles eingerichtet werden. Dieses trägt erst ab 30 User und 200 Gig Datenbestand.
Von der Datenbank werden Fullbackup und die Transaktionsprotokolle in Zeitintervallen nach Bedarf auf die Archivpartition des APC gesichert. Die myfactory oder ERP-Instanz wird per DFS auf den ADC repliziert. Die Dokumentenverzeichnisse der ERP-Instanz werden ebenfalls auf den APC repliziert.
Die ERP-Instanz kann wahlweise auf dem APC vollständig passiv eingerichtet werden. Bei Bedarf kann der APC mit einem SQL-Server vorinstalliert werden.
Mit Sicherheit ist die initiale Einrichtung anspruchsvoll. Das beschriebene Scenario ist jedoch für mittelständische Unternehmen ohne eigene IT-Abteilung beherrschbar und sichert bei Ausfall eines Servers nach minimalem Stillstand (10-20 Minuten) einen Notbetrieb alle IT-Dienste des Unternehmens ab.
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